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Ich hatte Lust auf einen neuen Rasierer. Nach kurzer Recherche fiel meine Wahl auf dem Series 9000 von PHILIPS. Das Marketing hatte ganze Arbeit geleistet – ich entschied mich für das Top-Modell mit Reinigungsstation. PHILIPS nennt diese SensoTouch.

So sieht der Philips 9000 von vorne aus!

Der Preis war gelinde gesagt absurd. Rasierer gibt es aus China für 17,99 EUR bei Amazon. Dieser hier kostete 319,99 EUR inkl. MwSt. – dafür erwartete mich eine hohe Produktqualität und ein tolles Design.

Dachte ich zumindest.

Design der Reinigungs-Station – das geht besser!

Der Rasierer war optimal verpackt und liegt auch gut in der Hand. Allerdings möchte ich hier schon mal einen Gruß ans Produktdesign oder generell ans Marketing loswerden.

Hier geht es ja um die Reinigungsstation. Und steht der Rasierer dort drin – wie eigentlich permanent – ist von dem wirklich schicken Design nichts mehr zu sehen. Man sieht nur die – eher hässliche – bedruckte schwarze Rückseite des Produktes. Das würde ich definitiv anders entwerfen!

Barthaare im Urlaub? Irgendwas stimmt da nicht!

Praktisch ist sie ja schon, diese Reinigungsfunktion. Ein Knopf drücken und der Rasierer wird komplett gespült. So nutzte ich Sie auch an einem Tag im Juli 2019. Kurz vor dem Kurzurlaub legte ich den Rasierer zur Feier des Tages noch mal auf die Station. Nach der Reinigung packte ich Ihn ungeprüft ein.

Im Urlaub angekommen dann die Überraschung. Der Scherkopf war voller (!) kleiner Barthaare. Okay – also gibt es eine Fehlfunktion mit dem Teil. Ich nahm mir vor, das einmal genauer anzusehen.

Reinigungsmittel, Geräusch – alles okay!?

Es war genügend Reinigungsmittel in der Station. Das Geräusch stimmte auch (zumindest grob). Es säuselte wie sonst auch immer. Aber es kam keine Flüssigkeit an.

Okay – was könnte die Fehlerursache sein? Die Pumpe? Die arbeitet eigentlich – das konnte man hören. Der Füllstand der Flüssigkeit? Eigentlich geht es dann gar nicht erst los. Hmm. Nun war guter Rat teuer – also kurz das Internet befragt. Nichts zu finden. Moment mal – nichts?

Der Tear-Down: ich mache die Philips Reinigungsstation vom 9000er kaputt! 🙂

Gut, dann gehen wir dem Thema mal etwas genauer auf den Grund und stellen die Bilder für alle sichtbar hier ins Netz. Dann könnt ihr Euch das Auseinanderbauen sparen.

Die Hülle wird mit Kraft von der Einheit getrennt!
An dieser Strombuchse hängt die Schale. Da muss man etwas „drücken“, damit es aufgeht.
Hier das Innenleben. Der Motor mit der Pumpe ist schon entfernt. Über den beiden Kabeln sieht man einen Metallstift und einen weiteren Metallstift mit schwarzer Hülse.

Ich vermute, dass die Metallstifte zur Widerstands-Messung der Flüssigkeit genutzt werden. Der lange Metallstift (im Bild leicht schräg nach oben gebogen) hält die Turbine.

Die Turbine im kompletten Zustand. Unten wird das Wasser angesaugt und nach oben transportiert. Oben an den schwarzen Teil wird ein kleiner Schlauch angeschlossen.

Zu diesem Zeitpunkt glaubte ich noch an eine defekte Schlauchverbindung oder an eine Verstopfung. Aber alles war frei und gängig.

Blick auf den Motor für die Turbine. Woher kenne ich diese Art Motor noch?!
Aus diesen Einzelteilen besteht die Turbine. Wir kommen der Ursache für die Fehlfunktion näher!
Und da haben wir den Übeltäter. Das weiße Schaufelrad gehört eigentlich fest an den Motor! Leider ist die Verbindung völlig verrottet! Definitiv ein Konstruktionsfehler, da die Bauteile mit Flüssigkeiten in Verbindung kommen können.
Diese Dichtung im schwarzen Kunststoffteil ist das Problem. Durch sie dringt wohl zu viel Flüssigkeit in Richtung Motor. Die Antriebswelle ist nicht qualitativ genug!
So gehört es da eigentlich drauf. Fest verbunden schaufelt das Rad die Reinigungsflüssigkeit in Richtung der Auffangschale in der der Scherkopf gereinigt wird.

Fazit: das ist schon echt schlecht gemacht!

Der Übeltäter war die Antriebswelle zwischen Schaufelrad und Motor! Ich behaupte mal, dass dieser Motor ein Cent-Artikel aus Asien ist. Liebe Philips-Ingenieure – das geht besser!

Es kann ja nicht angehen, dass Eure Reinigungsflüssigkeit die eigenen Bauteile angreift. Da muss es Euch nicht wundern, wenn im Netz von „geplanter Obsoleszenz“ – also dem bewussten Einplanen von „Kaputtgehen“ die Rede ist.

Das gehört dringend überarbeitet. Ich bin jedenfalls nicht motiviert mir eine neue Reiniungsstation zu kaufen – um das gleiche Thema dann in einiger Zeit wieder zu haben.

Wie ist es Euch ergangen? Habt ihr das Problem auch? Hilf mit Deinem Kommentar auch anderen, und poste jetzt Deine Erfahrungen mit der Reinigungs-Station.