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Bewertung: Feuer + Erlebnisse der besonderen Art im Hotel Dreiklang in Kaltenkirchen

Gelockt wurden wir vom Hotel Dreiklang in Kaltenkirchen mit dem Arrangement „Kleine Familienauszeit – Kinder gratis“ für insgesamt 299,00 EUR. Darin enthalten war eine Übernachtung im Familienzimmer, ein Raclette-Abend mit Schokoladenfondue, Prosecco, Early-Check in ab 12.00 Uhr und Late-Checkout bis 14.00 Uhr, sowie die freie Nutzung der Wellnesslandschaft.

„Schenken Sie sich harmonische Stunden und ein Wellness- und Badeerlebnis der besonderen Art…“ titelte die Werbung auf der hoteleigenen Homepage. Das war es auch, was wir bekommen haben. Ein Erlebnis der „besonderen Art“. Für unseren Hochzeitstag doch genau das Richtige. Doch von vorn – hier unsere Erfahrungen und Kritik:

Ankunft (3 von 5 Sternen)

Schon bei der Ankunft kann man den Eingang der Holsten Therme gut einsehen. Dort eine sehr lange Warteschlange. Ein schlechtes Vorzeichen? Wir steuerten den Parkplatz des Hotels an, dessen eher unscheinbare Einfahrt wir leider verpasst haben.

Tipp: Nachdem man die Besucherschlange am Haupteingang wahrgenommen hat, sofort bremsen – gleich daneben ist die Einfahrt auf den Wirtschaftshof der Therme und ein kleines Stück weiter die Einfahrt für den hoteleigenen Parkplatz.

Er war leider überfüllt, und für uns als Gäste waren keine Plätze mehr frei. Etwas enttäuscht haben wir dann den Parkplatz verlassen, und festgestellt, dass es glücklicherweise gegenüber gleich einen großen P+R Parkplatz gibt. Soweit so gut. Ich schleppe auch gerne mal meine Taschen durch den – an diesem Tag sehr aufgeweichten Boden.

Egal – wenigstens das Auto war geparkt.

Empfang (4 von 5 Sternen)

Die Rezeptionistin war sehr freundlich und übergab uns den Schlüssel. Hier gibt es keine Zimmerkarten, sondern für jeden ist anhand der Zimmernummer sofort erkennbar wo man wohnt. Das gilt auch für die Therme (so man den Schlüssel denn mitnimmt). Sicherlich gibt es auch die Möglichkeit ihn an der Rezeption zu deponieren, wir haben ihn jedoch lieber dabei. Beim Check-In legt man die Zeit fest, zu der man gerne Abendessen gehen möchte. Achtung: auch wann man den Prosecco auf das Zimmer haben will. Ich kenne das so, dass der Prosecco zur Ankunft auf dem Zimmer serviert wird. Das ließ sich aber spontan so nicht umsetzen, und wir entschieden uns daher lieber für eine extra Flasche Wasser. Ich weiß schließlich nicht, wann ich wieder auf dem Zimmer bin und ob ich dann Lust auf Prosecco habe.

Mit dem Aufzug sollten wir in den 3. Stock fahren. Im Aufzug begrüßte uns ein übelriechender Putzwagen ohne Personal. Ein No-Go für ein 4-Sterne Haus. Niemals fährt ein Putzwagen allein mit dem Aufzug. Eine Rezeptions-Mitarbeiterin, die mit uns zufällig im Aufzug fuhr, war ebenso erstaunt. Oben ankommen werkelte dann auch der dazugehörige Putzmann im Flur herum. Links oder rechts – das war unser nächstes Fragezeichen im Kopf. Also kurz gefragt: Zimmer 318, da lang? Ja, sagte der Putzmann. Selbstredend war das die falsche Richtung. Hier putzt also Personal, dass die Zimmernummern nicht kennt. Nun ja, der Mann ist vermutlich neu hier.

Das Zimmer (3 von 5 Sternen)

Wir bezogen das überaus große Eckzimmer unter Dachschrägen. Das versprochene Prosecco-Ersatz-Wasser wurde direkt nach Betreten des Zimmers gebracht. Fein. Die Einrichtung wirkte stimmig, allerdings waren deutlich weiße Flecken auf den schrägen Wänden mit der roten Akzentfarbe erkennbar. Schade. Hier wäre abwaschbare Latexfarbe sinnvoll.

Der Fernseher ist klein und die Fernbedienung reicht nicht vom Sofa bis zum TV.

Die beiden Doppelbetten sind in diesem Familienzimmer nicht von einer Wand getrennt. Sie stehen sich – jeweils an den Wänden stehend gegenüber. Wer sich also als Pärchen mit Kind etwas Privatsphäre erhofft, wird enttäuscht.

Der Fernseher ist so positioniert, dass er nur von einem Bett aus zu sehen ist. Für uns nicht weiter dramatisch, wir sind ja nicht nur zum Fernsehen da. Allerdings ist er auch für die Raumgröße etwas klein geraten. Und selbst vom schönen und bequemen Sofa, welches mitten im Raum (zwischen den Betten) positioniert ist, kann er nicht mit der Fernbedienung gesteuert werden. Unser Sohn hatte aber herausgefunden, dass es geht, wenn man sich weit vorbeugt. Dann kann man umschalten. Wer also gerne aus dem weiter entfernten Bett umschalten oder ausschalten möchte, muss aufstehen.

Zusätzlich ist eine X-Box vorhanden, die Spiele dazu können an der Rezeption ausgeliehen werden. Pikant: in einem Familienzimmer ohne getrennte Räume, haben Titel wie „Call of Duty“ ab 18 nichts zu suchen. Bitte aussortieren.

Eines der zwei sehr guten Doppelbetten – das andere steht genau gegenüber!

Auf dem Zimmer erwartete uns eine Obstschale mit Äpfeln, Pflaumen und Mandarinen. Sehr schön. Das Bad ist einfach gehalten, aber ausreichend. Es ist mit einer Dusche ausgestattet. Der Schminkspiegel ließ sich nicht feststellen und baumelte stattdessen lustlos an seinem Gestänge herum. Das könnte während der Reinigungsarbeit eigentlich auffallen.

Noch ein Wort zu den Betten. Ich habe hervorragend geschlafen und finde sie einfach super. Die Größe war toll. Die Kissen waren wunderbar. Absolut zu empfehlen.

Die Holsten-Therme (3 von 5 Sternen)

Etwas schwierig finde ich die Bewertung der Holsten-Therme in Kaltenkirchen. Vielleicht vorab die Anlage und Optik. Hervorragend. Man gelangt über einen „Tunnel“ direkt vom Hotel in die Therme. Dieser Tunnel ist in Dschungeloptik gestaltet (sehr schön!) allerdings an diesem Tag eiskalt. Und das Drehkreuz ist so eng, dass selbst wir mit Normalgewicht und einer kleinen Tasche schon Beklemmungen hatten. Nicht auszudenken, wie es anderen Menschen gehen muss. Eine große Tasche seitlich vorbeizuführen ist nicht (!) möglich. Die verschachtelte Zuführung in die Therme mittels einer super engen Wendeltreppe ist alles andere als schön und einladend. Das hätte man deutlich besser umsetzen können.

Egal – wenn man erstmal drin ist, ist man drin. Die Holsten-Therme ist sehr schön gestaltet und gefällt uns optisch in ganzer Linie. Allerdings gibt es hier ein immenses Kapazitäts-Problem. Jede – und ich sage es wie es ist – wirklich jede Liege war belegt. Ich hatte nicht das Gefühl in einer Wohlfühl-Oase zu sein, sondern in einer Sardinenbüchse. Die Idee: wir flüchten in den Saunabereich. Hier darf man keine Taschen und keine Getränke mit hineinnehmen, sondern nur Bademäntel! Und auch dort: Menschen über Menschen. Es war sehr schwer einen freien Platz zu finden, um wenigstens ein Buch zu lesen. In Ruhe war das sowieso nicht möglich. Es war überall sehr laut und sehr stressig.

Wir haben uns nach ca. 1 Stunde entschlossen, den Rückweg ins Hotel anzutreten. Das Gewusel war wirklich nicht auszuhalten. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Das Feuer (1 von 5 Sternen)

Um 18.50 Uhr meldete sich der Feueralarm. Nun ja, das hat man ja schon mal, dass es zu Fehlalarmen kommt. Und so unsicher sind wir dann auch erstmal kurz auf den Flur getreten. Da es nicht wie üblich nach wenigen Sekunden wieder ruhig war, traten wir aus der 3. Etage die Flucht an.

Ab der 2. Etage und weiter unten, auf der 1. Etage war dann auch deutliche Rauchentwicklung unter der Decke in den Fluren zu sehen (und zu riechen). Wir wussten also, es war ernst! Im Erdgeschoss angekommen – dort war kein Rauch zu vernehmen – versammelten sich alle Gäste, bei ständig piependem Feuermelder, vor dem Gebäude. Wir wunderten uns, dass ein Rettungswagen bereits vor Ort war. Nun verging etwas Zeit, bis schließlich der Wagen des Einsatzleiters und 4 weitere Feuerwehrfahrzeuge plus Polizei ankamen.

Die Feuerwehr war schnell vor Ort und hatte 5 Fahrzeuge + Rettungswagen im Einsatz.

Vor Ort gab es kein (!) Notfallmanagement durch die Hoteliers. Alle standen sozusagen im „Gefahrenbereich“. Da man noch nicht einschätzen konnte, was es nun genau war, hätte das Hotel aus meiner Sicht die Pflicht gehabt, die Gäste außer Gefahr zu bringen. Das wäre zum Beispiel im Foyer der Therme nebenan möglich gewesen. Stattdessen warteten wir alle direkt vor dem Hoteleingang – unwissend wie es weitergeht. Nach ca. einer halben Stunde wurden wir bei immer noch laut piependem Rauchmelder wieder nach drinnen, in einen Seminarraum geleitet. Dort war die Brandmeldeanlage nicht mehr ganz so laut zu hören. Trotzdem gab es von der Feuerwehr erstmal Ohropax für die Kinder.

Vermutlich war das Feuer schon längst aus. Wir wussten gar nichts. Denn Informationen gab es keine. Der Feueralarm schrillte fröhlich weiter, wir warteten ab. Um 19.45 Uhr wurde die Doppel-Tür des Seminarraumes dann weit geöffnet, und wir konnten wieder auf das Zimmer. Das hier das Management nicht – Verzeihung – den Arsch in der Hose hat, sich wenigstens einmal vor seine ca. 150 Gäste zu stellen, und darüber aufzuklären, was passiert ist, ist ein No-Go! Man hätte auch darüber informieren können, ob die geplanten Essen stattfinden können. Einfach wie es nun weitergeht.

Die Rezeption hätte man besetzen können, um als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Aber: Keine Erklärung. Keine Entschuldigung. Keine Wiedergutmachung. Nichts. Für dieses Missmanagement kann ich nur 1 Stern vergeben.

Das Essen (3 von 5 Sternen)

Mit Verspätung also startete das Abendessen. Serviert wird das Raclette in einem Seminarraum mit maximaler Entfernung vom Restaurant. Vielleicht gehört das zum Konzept „Familien-Auszeit“. Die Mitarbeiter waren auf Grund des außergewöhnlichen Ereignisses natürlich etwas hektisch, aber bemüht alles zügig auf die Tische zu bringen.

Wir saßen zu dritt an einem 6er/8er-Bankett-Tisch. Hier kommt leider keine romantische Auszeit-Stimmung auf, wenn man an einem großen runden Tisch so weit auseinandersitzt. Das kann man besser lösen. Die Tür zum „Seminarraum“ steht auch dauerhaft offen, und es zog leicht. Mein Platz war im Raum direkt an einer Säule. Damit die Mitarbeiterin die beiden hinteren Tische bedienen konnte, musste ich oft aufstehen und meinen Stuhl wegräumen. Soviel zum Ambiente.

Der Bankett-Tisch als Raclette-Tisch – machbar, aber stimmungstechnisch einfach unschön!

Wir dachten: egal – jetzt ziehen wir es durch. Die gereichten Speisen waren in Ordnung, das Rindfleisch sehr gut! Der Fisch war noch gefroren. Und leider kein Raclette-Käse, sondern – so wirkte es – der Käse vom Frühstücks-Buffet. Er schmeckte auch nicht gut. Dafür aber der Rest, unter anderem die Curry-Sauce und auch der Wein waren lecker. Das Schokofondue besteht aus einer Schale mit Schokolade auf einem Teelicht. Dazu eine sehr große Platte mit Obst (Trauben, Ananas, Melone, etc.). Wir hätten uns Vollmilch-Schokolade gewünscht, nun war es eben Zartbitter. Okay.

Das Frühstück (4 von 5 Sternen)

Für das Frühstück sind vergleichsweise wenig Plätze vorgesehen. Drei sehr schöne Tische waren leer aber reserviert, was das Gefühl einer Zweiklassen-Gesellschaft aufkommen lässt. Dennoch fanden wir einen Platz – es war jedoch alles etwas eng. Nach uns kam noch eine 8er Gruppe, die keinen Platz mehr gefunden hat. So wurden die reservierten Tische für diese Gruppe genutzt. Was später passierte kann ich nicht sagen, denn es wird ja Menschen gegeben haben, die sich auf die reservierten Tische gefreut haben.

Das Frühstücksbuffet ist im Flur aufgebaut. Dort ist aber alles was das Herz begehrt zu finden. Auch Brötchen wurden frisch aufgebacken. Das Rührei schmeckte mir sehr gut. Am Tisch wurde Kaffee angeboten, welcher in sehr großen Bechern serviert wird. Kaffee-Mischgetränke, wie Cappuccino oder Latte Macchiato wurden nicht angeboten.

Die Abreise (3 von 5 Sternen)

Der Check-Out erfolgte sehr zügig. Wie immer war ich mir sicher, schon bezahlt zu haben. Aber das ist ein anderes Thema. 🙂 Es erfolgte leider keine Frage: „War alles zu Ihrer Zufriedenheit?“. Das Feuer wurde ebenfalls mit keinem Wort erwähnt. Kein Wort der Entschuldigung.

Es wurde während des Gesprächs mit uns ein Telefongespräch angenommen. Und kurz gesagt, man rufe gleich zurück. Tipp: Lasst so etwas bleiben. Der Gast steht vor Euch. Es geht um Wertschätzung! Das Telefon ist nicht wichtiger, als der Gast! Man wünschte uns noch eine schöne Heimreise und wir waren froh, wieder im Auto zu sitzen und freuten uns auf zu Hause.

Zu erwähnen ist noch, dass man die Therme am zweiten Tag ebenfalls nur bis zum Check-Out nutzen darf. Das ist zu kurz und sollte für die Gäste ebenfalls ganztägig möglich sein.

Der Preis-Check + mein Fazit (2 von 5 Sternen)

Insgesamt führt das ungastliche Verhalten während der Notfall-Situation zu einer deutlichen Abwertung. In Summe hätten es 3 bis 4 Sterne werden können. Der Preis würde in Ordnung gehen, wenn die Leistungen auch erbracht werden. Eine „Auszeit“ haben wir nicht gespürt. Auch „harmonische Stunden“ können andere Hotels besser ermöglichen.

Wenn ich eine Kombination mit einer Therme anbiete, gehört das zum Leistungsversprechen. Liest man jedoch Bewertungen der Holsten Therme, dann hat das Erlebnisbad vermutlich grundsätzlich ein Kapazitäts-Problem. Die Preise sollten dort deutlich angehoben werden, damit die Gäste auch einen entspannenden Tag genießen können. Außerdem ist soweit ich weiß, ein großer Anbau geplant. Vielleicht entzerrt das auch die Situation.

Das Dreiklang sollte in Bezug auf das Management an sich arbeiten. Dann kann man dem Team sicherlich eine weitere Chance geben. Wir werden es jedoch nicht mehr aufsuchen, da die Preis-Leistung für einen Ort wie Kaltenkirchen eher überzogen ist.

Mit dem Feuer und der Sardinen-Therme eben: ein Erlebnis der besonderen Art. 😉

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